Anacardien- oder Elephanten-Laus, im Lateinischen Anacardium
genannt, ist eine Frucht von einem ausländischen Baum, die der Farbe und Figur nach einem Hertzen gleichet,
besonders wenn sie trocken ist. Sie wächset in West-Indien, auch auf den Bergen Sicilien, und an andern in
Ost-Indien gelegenen Provintzen.
Diese Frucht findet man gar selten in den Apothecken, ist eines scharffen Geschmacks und einer flüchtigen
Aromatischen Natur, sie wärmet und trocknet, nicht zwar in 3. oder 4. Grad wie etliche wollen, sondern etwas
weniger, tauget dem Haupt, stärcket die Sinnen und Gedächtnüss, denn es haben diese Früchte
eine Krafft, die groben und zähen Feuchtigkeiten im Gehirn, Magen und Därmen zu verdäuen, zu vertheilen
und attenuiren, ihre fürnehmste Macht aber lieget in einem hartzigen Liquore, so zwischen beyden Rinden ist.
Es haben die Alten im Gebrauch gehabt, die Confection von Anacardien zu geben, die animalischen Geister zu stärcken
und flüchtig zu machen, auch das Gedächtnüss zu corroboriren, anjetzo aber wird solche selten geachtet,
weil befunden, dass dessen flüchtige Schärffe oft hitzige Fieber erreget, und die Patienten in eine Tummheit
und Gemüths-Schwachheit geführet, an dessen Selle man itzo Aquam Magnanimitatis gebrauchen kan, wer aber
solche beliebt, kan sie nach Zvvölfferi Breitung fertigen.
Confectio Anacardina Chephalica, Rec.:
und bringe es alles durch die blosse Auflösung zur Consistentz eines Syrups, und weil der Syrup auch warm ist, so füge darzu, dass es darein zergehen kann:
und wenn alles zergangen, so thue mehr hinzu:
Mache alles wohl zu einem Electuario. Diese Latwerg stärcket das Haupt, machet gut Gedächtnuss, daher sie auch Confectio Sapientium Salomonis heisset. Muss aber vorsichtig gebrauchet werden.
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Gauchheil beyderley Geschlechte, im Lateinischen Anagallis genannt, dessen giebt es zweyerley Geschlecht, das Männlein und Weiblein, das letztere aber wird selten gebrauchet: Sie wachsen in Weinbergen, Gärten und Aeckern, blühen im Meyen, und den gantzen Sommer durch, sie treffen sonst beyde in allwege überein, nur werden sie unterschieden, weil das Männlein rothe, das Weiblein aber weisse Blumen träget. |
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Bachbungen, im Lateinischen Anagallis aquatica, auch Baccabinga, ist ein Kraut, welche gern in den Pfützen und Bächen wächset, gewinnet einen dicken und astigen Stengel, zweyer Spannen hoch, mit rundlichten saffftigen und feisten Blättern, gleich den Bohnen, bringe Purput-farbne Blumen, daraus Rösslein, so voll kleines Saamens, werden, mit einer weissen und zaserichten Wurtzel. Es blühet vom Majo bis in August-Monat, in solcher Zeit wird auch der Saame reiff, das Kraut wird im Junio gesammlet, im neuen Licht, wenn die Sonne noch in Zwillingen gehet, frühe vor der Sonnen Aufgang. |
Es ist zwar das Kraut temperiert, und von schlechtem Geschmacke, dennoch hat es aber in Recessu ein lieblich und gar subtiles Alkali, dienet wieder den Scharbock sehr wohl, wenn man es mit Löffelkraut oder Brunn-Kress in Geiss-Milch-Schotten infundirt, heilet auch wie gedacht, die Scorbutische Fuss-Geschwär, wenn man es in Bier kochet und überschläget; zertheilet und resolvirt gleichfalls die Geschwulst der Füsse mit Salpeter oder Saltz in der Wasser-Sucht. Man kan es auch mit Camillen-Blumen allein, oder auch nur per se gekochet, nach der Geburt auf die Geburts-Glieder gebrauchen, dienet sonderlich in hefftigem Bluten.
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Dill-Kraut, im Lateinischen Anethum, ist ein in allen Gärten wohl bekannt Gewächs, anderthalb Ellen hoch an Stengeln, welche ihre Gleiche haben, aufgeschlossen, mit zerspaltenen Blättern, etwas kleiner, schmähler und kürtzer als der Fenchel, haben auch keine solchen Geruch, träget Dolden mit gelben Blumen, daran kommet ein platter Saame, wenn solcher abfället, so verdorret das gantze Kraut mit Stängeln und Wurtzel, hernach erjungt es sich von dem ausgefallenen Saamen, welcher wann man ihn in Frühling säet, am vierten Tag aufzugehen pfleget: Wächset gern an etwas sandigten Boden, wo die Sonne wohl hinkommet. |